Montag, 26. März 2012

BEFREIT DEN KRAKEN!

Ich bin so voller Hass. Diese scheißfetten Vollidioten, die über mir wohnen sind so verfickt laut, dass ich fast kotzen muss. Aber es ist ja mitten in der Woche und außer mir scheint das hier niemanden zu stören. Die anderen Bewohner dieses Hauses sind bereits so verdammt alt, dass sie nichts mehr hören und nach Staub und Tod riechen. Es reicht ja noch nicht, dass ich in regelmäßigen Intervallen mit beschissener Bauchtanzmusik genervt werde. Aus irgendeineinem Grund müssen fette Mid-Life-Crisis-Weiber denken, dass das auf irgendeine Weise ästhetisch wäre. Ist es nicht. Und die Musik ist schrecklich. Ich bin ein toleranter Mensch, ich hab kein Problem mit fremden Kulturen, aber diese gottverdammte Scheißmusik ist - als wären scheiß Insekten in meinen Ohren! Sonst hört sie auch gern mal Unheilig und Charts. Das weiß ich so genau, weil sie mich immer daran teilhaben lässt. Aber diesmal schreit sie sich einfach nur mit ihrem behinderten Marine-Fettsack von Ehemann an, der vor vier Jahren, als ich hier eingezogen bin, klingeln kam, um mir zu sagen, dass er nicht auf einer Baustelle frühstücken wolle und wir leiser sein sollen. Wichser. Scheiß-Wichser! Aber was reg ich mich überhaupt auf, er ist doch schon genug damit gestraft, mit der Bauchtanzschlampe zusammenleben zu müssen. Den letzten Satz wollte ich eigentlich eherblich undiplomatischer formulieren. Manchmal hört man ihn nachts schreien, dass sie ein "fettes Schwein" sei. Ich weiß nicht in welchem Zusammenhang, aber ich habe viel Phantasie. Der muss wirklich angepisst sein. Wäre ich auch. Bundeswehridioten.  Das ist wohl diese Hierarchiesierung bis nach ganz unten. Wie bei den Nazis. Er wird von seinem Kadetten-Feldwebel-Captain angeschrien und muss das zuhause an seiner arbeitslosen Alten auslassen, die dann ihren scheiß Kummer in sich reinfrisst und wie ein Maniac tanzt. 

Nachdem die ganze Woche schon scheiß Gebohre und Gehämmer zu hören war, jetzt das. Ich muss in meiner eigenen Wohnung mit verfickten Kopfhörern rumsitzen, damit ich überhaupt konzentriert an meiner dämlichen Hausarbeit schreiben kann. Wie sehr wünsche ich euch verfettete und zugequollenen Arterien, ihr verschissenen Arschlöcher.
Aber Lana, Lana beruhigt mich.

    

Kommentare:

  1. Der Satzteil "ich bin ein toleranter Mensch" ist lustig im Zusammenhang mit dem dezenten Ausraster drumherum betrachtet. Wobei ich ja auch finde man muss nun echt nicht allem gegenüber tolerant sein.

    Und da kann man mal wieder sehen wie unterschiedlich die Menschen doch sind. Dich beruhigt Lana, mir geht sie furchtbar auf die Nerven mit ihrer immer gleichen, gelangweilten Schnute und der genauso gelangweilten Art zu singen.

    In diesem Sinne wünsche ich entspanntes weiterschreiben...

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  2. Die Zeit, die es brauchte das hier zu schreiben, hättest du auch darauf verwenden können, dich beim Hausmeister, den anderen Mitbewohnern und ggf dem Ordnungsamt zu beschweren.
    Bei uns im Haus hing vor einiger Zeit ein Zettel, in dem sich über ein Problem wie das deine beschwert wurde. Auf dem Zettel wurden alle, die sich belästigt fühlen, aufgefordert, das Ordnungsamt regelmäßig zu verständigen.
    Jetzt ist der Zettel weg und es hängt nurnoch ein großer gelber Smiley da, unter dem DANKE steht. Es scheint geklappt zu haben.

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