Freitag, 16. März 2012

Im Angesicht des sicheren Todes, werde ich mit dem Rauchen aufhören.

Hallo, mein Name ist Alex und ich bin Raucher.

Um diesem Blog eine Linie zu geben und mich gleichzeitig selbst auf Kurs zu bringen, habe ich beschlossen, mit dem Rauchen aufzuhören und alles hier zu dokumentieren. Ich erhoffe mir davon eine Verantwortungsbewusstsein dem Blog und meinen Millionen von Lesern gegenüber, das mich dazu zwingt, es durchzuziehen. 
  Ich bin kein bescheuerter Idealist; um ehrlich zu sein, rauche ich ziemlich gern. Ich habe zwar erst mit sechzehn damit angefangen (damals rauchten schon viele meiner Freunde), bin aber seit dem durchgehend, naja, am Ball geblieben. Also nun, zehn Jahre und unzählige Euro später, soll die Liaison zwischen Gauloises Blondes und mir ein jähes Ende finden. Aber so ist es nun.  Mein Konsum hat über die Jahre eigentlich weder zu noch abgenommen: Ich war immer so bei zwanzig Zigaretten pro Tag. Manchmal auch pro Abend (hing ja auch immer davon ab, was ging, weißt?). Gehen wir jetzt davon aus, dass ich seit zehn Jahren rauche, dann ergibt sich daraus, dass ich:

- ca. 73'000 Zigaretten (+/- 7000 eher plus) geraucht habe
- ca. 18'250 € (+/- Geschenke von Oma, Polenkippen)investiert habe

  Das ist zugegebener Maßen eine sehr einfache und wohlwollende Rechnung, aber selbst, wenn das nur ein Näherungswert ist, klingt es beängstigend, oder nicht?
  Rauchen war immer auch etwas Spirituelles für mich. Das Rauchen war der verlängerte Arm meine Außendarstellung. Ich bin darin aufgegangen, habe mich damit identifiziert. Aber wie schon die weise Philosophin Nelly Furtado einst sagte: "All good things come to an end". Und sicher: Gesundheit und Geld.  Der Tod sind die Gewohnheiten; War ich nervös, zufrieden, kaputt, wach, satt, befriedigt, habe ich eine geraucht. Ist irgendwo ein Zeitfenster entstanden, habe ich eine geraucht. Hat jemand angerufen, habe ich eine geraucht. Ist nichts davon zugetroffen, habe ich wahrscheinlich auch eine geraucht. All das endet. Ich muss mich den Gewohntheiten und meiner eigenen Unsicherheit stellen und meine Angst zu meinem Verbündeten machen. So wie Batman.
  Heute Abend geh ich nochmal pokern. Es wäre albern, zu erwarten, dass das also sofort heute klappen würde - aber ich mache den Anfang damit, dass ich mir keine Big Box kaufe, sondern eine kleine Schachtel. Devil in the details. Und morgen geht die wilde Fahrt dann los. Ich werde mir vier Zigaretten übrig lassen und sie als Mahnmahl auf meinem Schreibtisch deponieren. Mal gucken, ob das eine gute Idee ist. Sollte ich widererwarten scheitern, dann ist dieser Blog als Karikatur auf die Blogkultur an sich zu verstehen. Ironie ist immer der letzte Ausweg, nech? Aber so weit wird es nicht kommen. Ich werde obsiegen.

Lexman Over       

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