Samstag, 17. November 2012

Der Wochenatlas

Falls Ihr Euch bisher nicht sicher wart, ob ihr nun "Cloud Atlas" im Kino sehen solltet oder nicht, hört auf mich: Seht ihn Euch an! Zugegeben, ob man, ohne das Buch gelesen zu haben, das Gros des Films beim ersten Mal versteht, wage ich zu bezweifeln, aber nichtsdestotrotz erwartet einen ein verdammtes Feuerwerk. Szene nach Szene knallt einem an den Kopf. Drei Stunden pure Unterhaltung. Das Kino war fast leer - und ich war zur Premiere. Es war leer - trotz Wetten-Dass-Promo-Offensive von Hanks und Berry. Eigentlich traurig, wenn man bedenkt, mit welcher Passion der Mob in Filme wie "Hotel Transsilvanien" (?) oder "Paranormal Activity 4" pilgert. Sicher, der Wolkenatlas, das Buch, ist um Längen besser, als der Film es je sein könnte. Das liegt in der Natur der Sache, schmatz. Trotzdem finde ich unfair, dass der Film so unerfolgreich ist, wenn auf der anderen Seite Till Schweiger weiter seinen verschissenen Lebensunterhalt mit zusammengekniffenen Augen im unheiligen, deutschen Filmgeschäft verdienen darf. In so einem Land möchte ich nicht leben, meine sehr verehrten Damen und Herren.

Aber was reg' ich mich auf, in Amerika startet "Cloud Atlas" ja auch nicht durch. Mal was Anderes: Halle Berry ist 46? 46? Really? Ich weiß, man neigt gern zu einem "Die hat sich ja gut gehalten"-Bla-Bla, aber HB ist nicht wie Demi Moore oder Madonna; also kein dünnhäutiger Vampir mit toten Augen, HB ist heiß! Smokin' hot! Dass die meine Mutter sein könnte, ist hingegen merkwürdig.

Ich habe übrigens gerade eine neue Rubrik erfunden. Einfach so.

Erkenntnisse der Woche:
  • Ich habe Kumpir zu Unrecht verdammt.
  • Ich habe Latein nach weniger als einem Jahr wieder verlernt.
  • Ich verliere sowohl bei Münzwürfen, als auch bei Stein-Schere-Papier. Immer!
  • Dark Dark Dark machen mich melancholisch und verfickt wütend - und trotzdem mag ich sie.
  • Ich würde Jahrzehnte allein mit einer Playstation überleben.
  • "Soloalbum" ließ sich nur kurz nach der Jahrtausendwende lesen, vermute ich. Danach war es irgendwie unsympathisch und affektiert. Das ist nicht schlimm; so manche Kunst funktioniert nur in ihrer Zeit - z.B. Limp Bizkit. Ja, für mich war Limp Bizkit Kunst. It's all about the he-said-she-said-bullshit!
  • "Because the only thing that punk-rock should ever really mean is not sittin' 'round and waiting for the lights to go green..." ist eine wirklich gute Songzeile, auch wenn ich jetzt nicht so Punk-Rock bin. Frank Turner, falls Ihr Euch fragt.
  • Es gibt Wissenschaftler, die sich passioniert mit den Abständen zwischen zwei Eisenbahngleisen im Wandel der Zeit, und in verschiedenen Ländern, befassen. Das ist jedenfalls nicht Punk-Rock.
  • Paula Lambert, deren einziger Lebensinhalt, das Reden über Sex zu sein scheint, ist eine der unerotischsten Personen der Medienlandschaft.
  • Das Gerede über Europa nervt mich. Die eigentliche Idee scheint sich in den Köpfen der Menschen in ihr Gegenteil zu pervertieren.
  • Meine Leberwerte sind erhöht.
  • Jogi Löw ist ein selbstgerechter Vollidiot, weil er lieber ohne Stürmer spielt, als dass er Stefan Kießling beruft. 

Schönes Wochenende,
A.    

Kommentare:

  1. Ich fürchte dass der Trailer von Cloud Atlas zu pseudo-philosohisch rüberkommt um die breite Masse ins Kino zu locken. Ich muss die Tage erst mal das Buch lesen, sollte es den Film bis dahin noch im Kino geben, werde ich ihn mir noch anschauen.

    Noch nie was von PL gehört. Gegooglet... für unwichtig befunden.

    Wie recht du mit "Soloalbum" hast... bei mir fährt gerade das mega-Erinnerungskarussell ab 2001-2004 war eine tolle Zeit :D

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    1. Wahrscheinlich liegst Du da richtig. Aber trotzdem! Das ist ja nun kein untertiteltes Drama in schwarz/weiß. Der philosophische Drive des Buches geht im Film aber fast unter.

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    2. Doch das wissen die Leutchen erst, wenn sie mal drin sitzen, aber sie werden niemals hingehen. Ich hab da eine ganz besondere Test-Gruppe gehabt, war nämlich mit Freund, Bruder und meinen Eltern in "Die Vermessung der Welt als die Wolkenatlas-Vorschau lief, und diese vier Probanden sind wirklich eine in jeder Hinsicht sehr bunt gemischte Truppe. Mama war das "zu viel Science Fiction", Papa (dem Intelektuellen) war das "zu wirr", Freund "zu pseudo-philosophisch" und Bruder brachte es auf den Punkt "Worum genau soll es da denn jetzt gehen????" Manchmal kann ein schlechter Trailer nen Film auch im Vorfeld versauen, vielleicht liegt es echt daran...

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