Mittwoch, 28. November 2012

elefant fickt esel bilder

"Elefant fickt esel bilder", ja. Wie meine Statistiken offenbaren, hat genau das jemand bei Google gesucht - und ist dann hier gelandet. Wahrscheinlich hat der auch bei der Umfrage angeklickt, dass er Star Wars nicht mag. Ich lasse den Scheiß mit den Umfragen wieder. Die Idee gefiel mir eigentlich schon nicht mehr, als ich sie ausformuliert hatte. Also, wenn Ihr das hier lest, gibt es keine Umfragenoption mehr. Das habt Ihr jetzt davon, dass Ihr Star Wars nicht mögt. Das kränkt mich.

Überhaupt sind die Suchbegriffe, mit denen die Leute hier landen überaus beunruhigend: "schmutz dreck gestank", "hoden langziehen", "eier langziehen", 6x "Leitungswasser", 7x "Todesgeschichten" - was stimmt nicht mit Euch? "Thomalla ficken" finde ich auch schön. Also lustig, ich finde es lustig. Ich bin noch immer der Meinung, das Mutter und Tochter niemals wieder vor eine Kamera treten sollten. Aber: Jeder nach seiner Fasson.

Es ist passiert: vorgestern habe ich mich nach Jahren einmal wieder dazu überwunden, zu einem Konzert zu fahren - auf die Reeperbahn. Sin City. In nicht einmal einer Stunde ist man mitten auf dem Kiez. Schon aus Prinzip will ich da eigentlich nicht hin, doch die Karten waren ein Geschenk - und außerdem hat Michael Kiwanuka, für mich, eines der Alben dieses Jahres herausgebracht!


Zum Glück gibt es ein Parkhaus, direkt gegenüber der Bar, in der das Konzert stattfand. Mein Plan: bis zum Einlass im Auto warten, schnell rein, Konzert hören, schnell raus, Autobahn: Adieu, Hamburg, bis in zwei Jahren! Doch meine Begleiter waren anderer Meinung. Natürlich musste da auch noch ein beschissener Weihnachtsmarkt sein. Ich hasse Weihnachtsmärkte. Da fahr ich einmal nach Hamburg, und schon vermischen sich extra zwei meiner Todfeinde: Partymeilen und Weihnachtsmärkte. "Wir wollen aber gebrannte Mandeln und Mutzen, Alex". Natürlich. Ich hatte meine Jacke extra im Auto gelassen. Balastvermeidung und so. Jetzt stand ich auf einmal frierend mitten im Schlund der Hölle auf einem beschissenen Weihnachtsmarkt, auf dem neben Zuckeräpfeln Dildos verkauft werden - und natürlich Fanshirts von St. Pauli. Die sind wenigstens nicht so komerziell wie all die anderen, nein; die sind ja Freibeuter, superauthentisch-kultige Piraten mit Herz, Bla.

Doch ich überstehe alles schadlos, ganz ohne Hepatitis oder ein Messer an der Kehle - und mein Handy habe ich auch noch. Der Laden ist verlebt, das sieht man bereits nach dem Kartenabreißen. Schon im Vorfeld haben wir Witze darüber gemacht, wie wenig imposant der Merch-Stand sein würde. Wir hatten so Recht: Es gibt ein paar Vinyls, zwei (!) CDs und einen Stapel Tourposter. Ich kaufe eine der zwei CDs und ein Poster, natürlich. Tourposter sind meine kindliche Schwäche, aber ich mag sie so sehr. In diesem Augenblick strahlt zu meiner Rechten ein 2007'er Ryan Adams auf meinen Schreibtisch herab.
Ausverkauft ist der Laden sicher nicht. Ich bin froh, dass sich die anderen trotzdem mit mir auf die Oberränge zurückziehen. Kein Moshpit für den Regenkönig. Nach Oasis 2009 wollte ich eigentlich nie wieder wirklich dicht vor der Bühne sein. Das Becherchen Bier kostet 3,50€, aber das überrascht schon niemanden mehr. Allmählich füllt sich der Laden doch.

Die Vorband betritt die Bühne: Leslie Clio. Nie gehört, nie vermisst, aber es gibt mit Sicherheit schlimmere Support-Acts. Außerdem beginnt sie pünktlich, das gefällt mir.
Es wird voll, die Luft wird schlechter. Hinter uns stehen jetzt auch die Leute, was bedeutet, dass ich nicht mehr zur Bar komme. Naja, ich habe ja sowieso nicht viel Geld. Das Konzert beginnt. Die Angst, die funkige Begleitband könnte dem Ganzen seine intime Wirkung nehmen, war unbegründet. Kiwanuka sind live fantastisch. Die kitschige, große Discokugel an der Decke hüllt den ganzen Saal in tatsächlich ziemlich unkitschiges Licht. Der soulige Folk hat, zum Glück, viele Idioten ferngehalten. Das Publikum ist gemischt. Ein paar Leute jenseits der fünzig gehen ein bisschen zu sehr ab.

Kiwanuka fordert uns auf, für Hendrix zu aplaudieren: "Who's appreciating the music of Mr. Jimi Hendrix?".  Kurz geht das Licht an. Ertappt stimme ich in den Applaus mit ein. Naja, eigentlich mag ich nur "Little Wing". Für Kiwanuka sei Hendrix eine der Identifikationsfiguren gewesen. Ach! Es folgt ein Cover als Hommage.

Neben und hinter uns stehen Paare. Die Frauen scheinen ihre Männer mitgeschleppt zu haben - wie in ein Musical. Musicals sind echt ziemlicher Schrott. Mit 13 war ich beim "Phantom der Oper". Das reicht für mein Leben. Die Musik mag ja ab und an gut sein, ja - aber ich bekomme eine Gänsehaut bei diesen affektierten, gesungenen Gesprächen, die immer klingen, als hätten die Protagonisten Deutsch als Fremdsprache gelernt. Nein, kein Aber! Als Kiwanuka sagt, dass das nächste Lied nun wirklich der letzte Song sei, sagt einer der Männer: "Na hoffentlich". Trottel. Den Eiertanz aus Verabschiedungen und Zugaben hatten wir bereits hinter uns.

Der letzte Song, "Lasan", ist nicht auf dem Album. Die Bühne ist lila erleuchtet, als Kiwanuka das Lied spielt. Leuchtende Kugeln wandern an den Wänden entlang. Die Leute unter mir scheinen eins mit dem Saal zu werden. Eine wabbernde, lila Masse. Optisch macht das schon etwas her! Die ganze ranzige Titty-Twister-Kulisse; die hohe Decke, abblätternde Wände, Nebel - und dann diese Musik!

Das Gute an Künstlern, die erst ein Album auf dem Markt haben, ist, dass ihre Konzerte einfach nicht zu lange gehen - außerdem treibt das Bier. 22.30 Uhr verlassen wir den Club. Die Zigarette vor der Tür pumpt neues Leben durch meine Adern. Begeistert plappere ich davon, was mir am Besten gefallen hätte. Es ist taghell auf der Reeperbahn: Alles hier ist erleuchtet. Menschen wuseln durch Gassen und verschwinden in Läden. Reklamen blinken auf. Vom Weihnachtsmarkt schallt pumpende Mallorca-Musik.

Auf dem Klo im Parkhaus riecht es wie in der Hölle, obwohl man nur mit dem Park-Coin Zutritt hat. Privilegien sind auch nichts mehr wert. Auf der Toilettenkabine steht eine E-Mail-Adresse und darüber "Suche geile Schwanzbilder!". 9 Euro! 9 verfickte Euro! Soviel kostet hier das Parken. Alle 27min 1€.

Ich komm gerade ausser Kneipe. Ich habs mir verkniffen, auf Rechtschreibung zu checken.

Drauf geschissen,
A.

P.S. Für Fehler und Schrift haftet der Stift

Küssi

            

Kommentare:

  1. Es muss schon bitter sein, wenn eine Umfrage ergibt, dass die meisten Deiner Leser Menschen sind, die Du selbst als Idioten bezeichnest. Dass Du die Umfrage daraufhin einfach abbrichst schwächt allerdings meine Vermutung, Du wolltest (bestimmte)Leser los werden. Die einen machen Ihren Blog komplett geheim, andere beleidigen ihre Leser...
    Übrigens bin ich nicht über "elefant fickt esel bilder" hergekommen und gehöre trotzdem zu den Idioten, die Star Wars nicht mögen. Unter anderem.

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    1. Ich wollte doch niemanden los werden; ich habe nur die geforderte Anti-Option geliefert. Das war doch alles nicht mein Ernst. Wieso magst du Star Wars nicht?

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