Dienstag, 13. November 2012

Sieben Tage in Utopia: Finale (Part II)

"Alexander, die Wolken sind beeindruckend, oder? Aber es is' auch ganz schön windig, ne?", sagt meine Oma mit glücklichem Gesicht.
"Ja, das wird meinen Vater schön durchschaukeln, aber das ist der Preis, den man zahlen muss", antworte ich, voll von offensichtlicher Schadenfreude. Sie stößt mir in die Seite, ohne ihr Lachen zu verlieren.

Und dann sind wir oben. Meine Pupillen rasen durch die Landschaft. Das hier ist ein perfekter Ort, da bin ich mir sicher. Ich blicke hinunter auf ein felsiges Tal, bestehend aus unendlich vielen Lagunen und Buchten. Immer wieder blitzen kleine Sandstrände vor dem klaren Wasser auf. Wie kommt es, dass ich hier noch nie war? Sicher, ich kenne den Strand - doch all dies hier war mit völlig unbekannt.


Wir alle sind berauscht und jeder von uns hat ein Lächeln auf dem Gesicht. Ob dieser Ort einen Namen hat? Ich würde alles hier so gern festhalten und mitreißen. Fast krampfhaft fotografiere ich ununterbrochen, bis ich mich wieder einkriege und meiner Begleitung die Kamera gebe.
Ich atme langsam und tief. Und dann denke ich an Euch. Wie kann ich vermitteln, wie fantastisch dieser Ort ist? Ich will etwas, dass mehr sagt als die beeindruckenden Bilder. Ich will, dass Ihr durch meine Augen seht, hört, was ich höre und denkt, was ich denke. Also mache ich ein Video. Das ist zumindest ein Versuch. Jetzt bin ich ganz unten angekommen: Der Blog-Kosmos hat mich verschluckt, IADST hat mich absorbiert.

Wir folgen einem kleinen Pass durch die zerklüfteten Felsen. Plötzlich stehen wir an einem der kleinen Strände, versteckt vor den Augen aller. Das hier ist ein Ort für Verliebte, die Kulisse eines Musikvideos und mit Sicherheit auch ein guter Platz zum Sterben. Alles hier wirkt ruhig und von der Zeit losgelöst - fast wie in einem Traum. Alles, was uns begleitet, sind unsere Schatten im Sand.
Ich erinnere mich an eine Klassenfahrt in die Toskana vor einigen Jahren. Am letzten Tag der Abschlussfahrt, kurz bevor der Bus aus dem kleinen Nest, direkt am Meer, losfuhr, versammelten wir uns alle, und zwar völlig unverabredet, auf der langen Mole, um den Wellen zuzusehen. Dann verschwanden wir und wurden erwachsen.

Bevor wir wieder den Rückweg antreten, werfe ich einen Blick zurück. Ich will nicht gehen.

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