Montag, 19. November 2012

Zwischen den Büchern

Ich habe es geschafft. Nach vier satten Jahren Studium ist es mir doch einmal gelungen, mich in das W-Lan-Netz der Universität einzuloggen. Dass ich das hinbekommen habe, ist wirklich nicht selbstverständlich, schließlich muss man beinahe ein verfickter NASA-Hacker sein, um bei dem ganzen Client-Wichs-Computerkram durchzusehen. Aber: They can't stop the Lex. Und nun bin ich online. Seit 6 1/2 Stunden habe ich mich in der Bibliothek verkrochen, um zu schreiben. Jaha, der große Roman, er ist in Planung. Ich fühle mich auf einmal wie ein Teil der arbeitenden Bevölkerung: Seit 8:00 Uhr bin ich hier, 20.00 Uhr habe ich Feierabend - Zwölfstundenschicht, Bitch. Nachher noch mit'm Bier auf die Couch - schön im Unterhemd oder so. Ich habe leider nur schwarze Unterhemden (und ehrlich gesagt auch nur eines). Das ist dann nicht stilecht. Es gibt einfach zu wenige Anlässe, bei denen man Unterhemden tragen sollte. Und die Typen, die da anderer Meinung sind, sind Idioten.

In einer Stunde beginnt mein nächstes Seminar. Eigentlich habe ich noch Texte zu lesen, aber diese ganze Internetgeschichte hier ist da eher kontraproduktiv. Ich mag mich außerdem nicht an einen der großen Tische setzen, schließlich höre ich dann das bekackte Gelaber irgendwelcher Einfaltspinsel, die sich auf ein beschissenes Referat oder so vorbereiten. Schräg vor mir sitzt ein fettärschiges Mädchen mit einer schlimmen Körperhaltung. Ob sie sich fragt, warum ich einfach nur tippe, ohne, dass ich auch zehn stinkende, alte Bücher neben mir liegen habe und bedeutungsschwanger über die Seiten schiele? Wenn sie wüsste, dass ich gerade über sie hier schreibe. Ein Typ mit T-Shirt und Mütze (!) hat sich neben sie gesetzt. Beide tuscheln. In seinen gierigen Augen und seinem zögerlichen, immer wiederkehrenden Lächeln sieht man, dass er die Kleine auf der Stelle vögeln würde. Zeit, zu gehen.

A.

Kommentare:

  1. Okay trotz meiner inzwischen wohl bekannten Abneigung gegen Kraftausdrücke, der Absatz über das %§"##-W-Lan hat mir gerade den Tag gerettet. Ich hab's in fünf Jahren nie geschafft, den Kram zu überlisten, insofern hast du nicht nur mein vollstes Verständnis sondern auch noch meine Hochachtung verdient.

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  2. oha. der club scheint größer zu sein, als gedacht. ich gehöre auch dazu.... :D

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