Sonntag, 27. Januar 2013

Good Boy


Oh Gott, ich bin im Mainstream angekommen. Igitt. Während ich die Angebotsabteilung des Media-Markt-Musiksegments durchforstete, wurde ich gleich mehrmals fündig - und im Hintergrund sang Jake Bugg. Verrückte Welt. Aber wir sind erwachsen; nur weil viele Leute jetzt auf einmal Interpreten wie Mumford & Sons, Of Monsters And Men oder Jake Bugg mögen, wird die Musik ja nicht schlechter. Alle vier Alben sind ausgesprochen gut, weswegen ich es nur fair finde, sie mir physisch zuzulegen, nachdem ich sie seit Wochen, Monaten und Jahren in Dauerrotation höre. The Lumineers sind mir allerdings zu teuer. Hörst du das, Musikindustrie? Es gibt noch gute Menschen! Und ich war Teil der Napster-Generation!

Der Regen scheint bereits in der Luft wieder zu frieren, während ich diese Zeilen schreibe. Ich erinnere mich noch genau an die erste CD, die ich mir allein, von meinem Taschengeld, in einem kleinen Laden in Wismars Altstadt, kaufte. Es muss 1995 gewesen sein: Ich war acht Jahre alt. Meine Mutter wartete vor der Tür des Plattenladens. Ich wollte erwachsen sein. Ich schob dem Verkäufer einen Zehnmarkschein hinüber und verzog keine Miene. Ein magischer Moment. Lächelnd und irgendwie unsouverän stolzierte ich zurück auf die Straße. Der Tag neigte sich dem Ende, während wir den Weg nach Hause antraten. Meine erste, selbst-gekaufte, CD war "Friends" von Scooter.

Zu der Zeit wohnten wir in einer schönen Wohnung in der Altstadt mit hohen Decken, Stuck, knarrenden Dielen und einem großen Kronleuchter. Ich rannte zu meinem klapprigen CD-Player, der, glaube ich, damals schon alt war, was mich jedoch nicht störte, da er eine Funktion besaß, mit der man die Musik von CD auf Kassette überspielen konnte. Nun konnte ich die Musik überall mit hin nehmen. Meine Mutter hatte mir kurz zuvor ihren Walkman überlassen. Ich liebte es, auf meinem Fahrrad durch die kleinen Gassen zu fahren und dabei Musik zu hören. Nach kurzer Zeit sang ich immer mit. Das sah vielleicht dämlich aus, aber gestört hätte mich so etwas damals natürlich noch nicht. Ich konnte gar nicht in Worte fassen, wie großartig ich es fand', eigene Playlists (damals gab es so ein Wort noch nicht) zu erstellen. Nach kurzer Zeit gab' ich mein Taschengeld fast ausschließlich für Musik aus. Mehr interessantes Zeug, in das man die Kohle hätte stecken können, gab es auch irgendwie nicht: Die Bravo kam mir noch vor wie ein Hardcore-Streifen, Mädchen waren noch nicht besonders interessant, meine Klamotten wurden von meinen Eltern gekauft, und geraucht habe ich noch nicht. Unschuldige Zeiten.

Ich war ein nichtsahnender, dünner Junge mit traurigen Augen, und Euro-Dance fiel über mich her wie eine Bestie. Ich kaufte Scooter, Blümchen, DJ Bobo und all die ganze Scheiße. Hölle, ich war sogar zu "Spice World" im Kino. Baby Spice, falls ihr Euch fragt, wer meine Favoritin war. Zu meiner Verteidigung: Meine Freundin, Janette, ich bin mir sicher, sie hieß Janette, wollte unbedingt dort hin. Es hatte nichts genützt, dass meine Mutter mir John Denver, Simon and Garfunkel oder die Beatles vorgesungen hatte. Ich war doch noch ein Kind. Rap und Rock retteten mich schließlich, denn Boygroups waren kacke - dessen war ich mir gleich sicher. Außerdem gefiel es mir nicht, wie die Mädchen für diese gelackten Männermodels schwärmten. Schon allein aus Eifersucht.

Und dann kamen MP3s auf, und meine Musikwelt wuchs explosionsartig. Viva Zwei starb, VH1 starb, MTV starb, alles starb und wurde vom Internet absorbiert. Und nun, tausend Jahre später, kaufe ich wieder voller Begeisterung CDs, stelle Mixtapes zusammen und gehe keinen Meter ohne meinen MP3-Player. Nur mitsingen tue ich nicht mehr. A circle of life, Simba.

A.         

Kommentare:

  1. DAS ist der mit Abstand schlechteste Blog den ich je lesen durfte.
    Ein 26 jähriger Student mit der Ray-Ban Brille die jeder Vollidiot seid 2 Jahren trägt, sich selbst als Cardigan Prince deklariert und in seinem jüngsten Artikel den Mainstream als "Igitt" betitelt.
    Während in jedem Artikel irgendwas bemängelt, runtergemacht oder auf eine wirklich bemitleidenswert armselige Weise versucht wird mit Humor über Gegebenheiten des Lebens zu lästern, stellt sich mir die Frage wie unzufrieden der Autor wohl mit sich selbst ist?

    Traurig, dass Google keine "Spast-Filter-Option" besitzt dann könnte ich mir das stolpern über Blogs ohne Daseinsberechtigung sparen und würde vielleicht als ersten Treffer angezeigt bekommen was ich wirklich suche.

    So nachdem ich dann auch nichts anderes gemacht habe als zu bemängeln, runterzumachen und so weiter, verbleibe ich mit freundlichem Gruß von einem weiteren Studenten mit Ray-Ban und Cardigan ;)

    Weiter so!

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  2. Für mich sieht das ein bisschen nach Selbstgespräch aus...

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