Mittwoch, 26. Juni 2013

We Don't Eat

Ich sitze im Lufthansa-Terminal des Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle. Ich hätte vorher noch zehn Zigaretten rauchen sollen, denn hier gibt es keinen Raucherbereich, wie mir ein braungebrannter Mitarbeiter mit gestärktem Hemd und Zahnarzt-Lächeln erklärt. Und raus kann ich auch nicht: Düstere, französische Sicherheitsbeamte mit Maschinengewehren und dem Körpervolumen von Profiwrestlern versperren mir den Weg. Mein Flug geht in drei Stunden. "Das Phantom der Oper" ist außerdem ein Scheißbuch. Nachdem ich alle meine Schokoriegel und den sonstigen Süßkram aus meiner Tasche aufgegessen hatte, starrte ich einfach nur noch dumm in die Gesichter der anderen Passagiere und sah dabei zu, wie sie sich einen Café nach dem anderen in ihre Münder schütteten. Wäre ich bloß nie in eines dieser unsäglichen Flugzeuge gestiegen. Was war es immer schön, mit dem Bus nach Paris zu fahren! Ich scheiße herzlich auf Zeitersparnis. Fliegen ist nur was für Droiden! Lieber ratter' ich fünfzehn Stunden mit einem alten Reisebus durch ganz Deutschland und Belgien, als eine Stunde in diesen abenteuerlichen Kerosinschleudern zu sitzen, unfähig einen Blick aus dem Fenster zu werfen oder auch nur ein Wort mit der Stewardess zu wechseln. Eine Gruppe von gackernden Büroweibern mit Übergewicht nimmt neben mir Platz. Ich setze meine Kopfhörer auf und drücke auf Play. Es beginnt dieser Song:


Ja,

A.  

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