Montag, 28. Oktober 2013

Zu Stein

Eine Oma hat einen Anfall oder so. Spastiken und leere Augen. Sie zittert und ihre Bewegungen wirken, als würde sie jeden Moment zu Stein erstarren. Ich versuche, nicht zu sehr hinzusehen. Ich will nicht, dass es ihr unangenehm ist, aber ich glaube, sie bekommt sowieso nichts mehr mit. Ihr Sohn und ihre Tochter (vielleicht sind es auch ihre Enkelkinder) stützen sie, geben ihr Wasser, halten ihre Jacke. Sie spricht nicht, das scheint für alle jedoch normal zu sein. Die anderen Verrückten im Wartezimmer macht das nervös: Beine wippen, Blicke rasen, Dinge werden ins Nichts geflüstert. Es ist nirgends so schön wie daheim. Es ist nirgends so schön wie daheim. 
 
A. 

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